
Wie man die Heiztechnik für den Kunststoffverarbeitungsprozess richtig einstellt: Es geht um mehr als nur die Angaben im Datenblatt
Bei der Auswahl von Heizlampen für die Kunststoffverarbeitung ist zu beachten: Die angegebenen Werte bezüglich Leistung und Spannung sind nur die halbe Wahrheit.
Ich habe das schon dutzende Male erlebt: Ein Ingenieur wechselt die Lampen aus, weil die Angaben auf dem Datenblatt perfekt übereinstimmen. Doch sobald die Maschine in Betrieb genommen wird, funktioniert alles nicht mehr richtig. Plötzlich haben die PET-Präformen an manchen Stellen kühle Bereiche und an anderen Stellen verbrannte Stellen. Das ist frustrierend und führt außerdem zum Verschwendung vieler Materialien.
Der Kampf um die Zieltemperatur
Man sollte sich die „Aufwärmkurve“ ansehen – also wie schnell die Lampe tatsächlich warm wird. Wenn die Lampen die Zieltemperatur zwei Sekunden schneller erreichen als die aktuellen Lampen, steigt die Produktivität pro Stunde. Das mag zwar wenig erscheinen, aber diese Sekunden summieren sich schnell. Wir investieren viel Zeit in die Optimierung der Glühfadenstruktur, damit eine schnelle Erhitzung möglich ist – ohne dass das Quarzsichtglas beschädigt wird.
Die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Wärmeverteilung
Genau hier versagen die billigen Lampen in der Regel. Wenn die Mitte des Behälters 50°C wärmer ist als die Enden, dehnt sich der Kunststoff ungleichmäßig aus. Das ist ein Albtraum für die Qualitätskontrolle. Wir konzentrieren uns darauf, die Genauigkeit der Glühfadenverwicklung zu optimieren, damit eine gleichmäßige Wärmeverteilung entsteht. Dadurch wird weniger Material verschwendet.
Die Kompromisse, die man kennen sollte
Es bringt nichts, einfach mehr Watt in einen kürzeren Behälter zu stecken. Dadurch entsteht nur mehr Belastung auf die Reflektoren. Wenn die Reflektoren beschädigt, oxidiert oder einfach schmutzig sind, wird die Wärme nicht zurück in den Kunststoff geleitet. Man zahlt dann eigentlich nur für die Erwärmung der Luft um die Maschine herum. Halten Sie die Reflektoren sauber und ordentlich ausgerichtet – sonst verliert man Geld.
Falls Sie sich nicht sicher sind, führen Sie einfach einen Vergleichstest durch. Nutzen Sie eine Wärmebildkamera, um die tatsächliche Oberflächentemperatur Ihres Werkstücks zu messen. Die Bilder lügen nicht – Sie werden schnell erkennen, ob Ihre aktuellen Lampen langsamer sind als unsere.